Innovative Bordelektrik

Seit vielen Jahren befassen wir uns bei Saare Yachts intensiv mit dem Thema der Weiterentwicklung und Optimierung der modernen Energieversorgung an Bord von Segelyachten.

Viel hat sich in den vergangenen Jahren getan. Batterien, Ladetechnik und viele Komponenten sind heutzutage ganz anders entwickelt und aufgebaut als noch vor einigen Jahren.

Geschichte der Bordelektrik

Vor 60 Jahren gab es auf den meisten Segelyachten nur eine Batterie. Eine normale Blei-Säure Autobatterie mit 50 oder 70 Ah war an Bord dieser Yachten für alles zuständig. Sie war gleichzeitig für die Versorgung aller Verbraucher und auch als Starterbatterie da. Die Familienyachten dieser Zeit waren 7 bis 9 m lang, Positionslampen, ein bisschen Innenbeleuchtung und ein Echolot waren zu versorgen.

Später, in den 70er und 80er Jahren, kamen dann Kühlboxen und irgendwann auch Dieselheizungen dazu. Die Batterie wurde mit einem mobilen Ladegerät geladen, war oft an der Kapazitätsgrenze und man musste an Bord permanent Strom sparen. Es war üblich die Positionslampen auf dem freien Wasser auszuschalten und nur anzustellen, wenn man andere Schiffe in der Nähe vermutete.

Da mit einer leeren Batterie der Motor nicht mehr gestartet werden konnte, wurde es nach und nach üblich eine Verbraucherbatterie und eine separate Starterbatterie, die ausschließlich für den Einbaumotor zuständig war, einzubauen.

Mit einer Trenndiode ausgestattet konnten beide Batterien über die Lichtmaschine geladen werden, ohne parallel geschaltet zu sein und sich gegenseitig zu entladen. Geladen wurde die Verbraucherbatterie zusätzlich über ein eingebautes Ladegerät.

Bordelektrik in der Moderne

Die Yachten wurden größer und die Ansprüche wuchsen, immer mehr Technik kam an Bord, immer mehr Strom wurde an Bord verbraucht.

Als Starterakku wurden weiterhin Blei-Säure Batterien verwendet, aber als Verbraucherbatterien konnte man auf deutlich bessere Gel-Batterien und später dann AGM-Batterien zurückgreifen. Diese hatten mehr Kapazität und entluden sich deutlich weniger. Sie waren effektiver, aber auch teurer. Dafür waren sie aber auch wartungsärmer oder wartungsfrei. Es musste in den geschlossenen Akkus kein destilliertes Wasser mehr nachgefüllt werden. Es kamen fest eingebaute Ladegeräte zum Einsatz und in den vergangenen 20 Jahren zeigten sich neue Möglichkeiten die Batterien zu laden. Solarpaneele, Windgeneratoren, Hydrogeneratoren und Brennstoffzellen kamen an Bord und luden die Batterien auch unabhängig vom Landstrom.

Autarkie ist wichtig

Der Wunsch nach weitgehender Autarkie wurde immer größer, gleichzeitig stiegen aber auch die Anforderungen und Ansprüche immer weiter. Der Strombedarf stieg massiv an.

War es anfänglich eine Kühlbox und manchmal ein Bugstrahlruder, so kamen nach und nach weitere Systeme dazu. Kaffeemaschine, elektrische Winschen, weitere Kühlgeräte und Tiefkühler, Fernseher, Bug- und Heckstrahlruder, ein E-Herd mit Backofen und viel andere Geräte wurden installiert und müssen mit Strom betrieben werden. Und das möglichst lange und unabhängig von der Versorgung mit Landstrom.

Um die gewünschte Autarkie zu realisieren gibt es neben hochwertige Ladegeräten und besseren Lichtmaschinen inzwischen gut funktionierende alternative Lademöglichkeiten.

So ist ein Windgenerator effektiv und leistungsstark, läuft Tag und Nacht, sofern der Wind weht. Allerdings ist eine Montage an einem Heckmast optisch oft nicht sehr elegant und die Geräusche stören.

Eine Hydrogenerator bietet gute Ladeströme sofern das Boot etwas schneller unterwegs ist. Die Bremswirkung ist zu vernachlässigen, ästhetisch ist diese Lösung kein Problem. Allerdings lädt so ein Hydrogenerator natürlich nur dann, wenn man fährt. Am Ankerplatz produziert er keinen Strom.

Da sind moderne Solarzellen schon deutlich vielseitiger. Inzwischen gibt es sehr gute und leistungsstarke Module und Paneele am Markt. Maßangefertigt kann man sie auf das Deck und die Aufbauten schrauben oder kleben. Sie sind begehbar und langlebig. Allerdings ist die Ladeleistung, gerade dann wenn die Sonne intensiv scheint, durch erhebliche Wärmeentwicklung deutlich reduziert.

Besser sind dann an der  Reling aufgehängte Paneele oder große Solarpaneele, die an einem Geräteträger am Heck montiert werden. Sie sind rundum belüftet und sehr effektiv.

Eine Lösung, die immer funktioniert, ist ein Generator. Der kann sehr leistungsstark ausgelegt werden und läuft am Liege- oder Ankerplatz, wie auch auf See.

Allerdings muss man sich im Klaren darüber sein, dass dies eine Dieselmaschine ist, die keinen grünen Strom produziert, die Geräusche und Abgase entwickelt und die genauso eine intensive Wartung erfordert wie die Antriebsmaschine. Zudem ist ein Generator schwer und braucht viel Platz und auch der Dieselverbrauch muss einkalkuliert werden.

Eine Brennstoffzelle ist da eine echte Alternative. Auch sie funktioniert immer, macht weder Geräusche noch Abgase und braucht nur wenig Platz. Allerdings ist die Leistung eher gering, die Kosten sind recht hoch. Bei weiten Reisen oder weltweiter Fahrt ist es oft schwierig die zum Betrieb notwendigen Methanol-Betriebsstoffe zu kaufen.

Für eine nur mehrwöchige Fahrt kann man sich bevorraten und hat diese Probleme nicht.

Alle diese Lösungen haben wir jeweils auf mehreren Saare Yachten umgesetzt und immer weiter entwickelt.

Welche die beste Lösung ist hängt maßgeblich vom Fahrtgebiet und der Art des Reisens ab. Auch eine Kombination verschiedener Lösungen ist sinnvoll. Gern bieten wir unseren Kunden eine ausführliche Beratung zu diesen Fragen an. Grundsätzlich setzen wir dabei auf die besten Markenprodukte und bewährte Lösungen.

Bisher waren praktisch alle Bordsysteme mit 12 V Anlagen aufgebaut. Das rührt vom Ursprung der 12 V Autobatterien her.

Inzwischen gibt es andere Batterien, zum Beispiel auch Lithium Akkus und 24 Volt Systeme werden schon gelegentlich genutzt. Unverständlicherweise bieten die großen Werften dies bislang kaum an. Im Auto- und vor allem Bus- und LKW Bereich sind 24 V inzwischen Standard. Im Yachtbau sind es bisher nur die ganz großen und die besonders hochwertigen Yachten, die mit 24 oder 48 Volt Systemen ausgerüstet werden.

Bei Saare Yachts bieten wir 24 Volt Systeme im Standard oder optional auf alles Modellen an.

Mehr zu diesem Thema und den überzeugenden Vorteilen berichten wir in einem zweiten Teil zum Thema:  Innovative Bordelektrik.